Fernunterricht Woche 4

Elternbrief

Liebe Eltern,

drei Wochen Fernunterricht liegen nun bereits hinter uns. Ende der Woche haben wir uns im Kollegium intensiv über die Erfahrungen dieser ersten ungewöhnlichen Wochen ausgetauscht. Obschon wir uns alle wünschen, dass wir baldmöglichst wieder zu unserem gewohnten Schulleben zurückkehren können, ist sich das Kollegium einig, dass wir gemeinsam – Kinder, Eltern und Schule – das bestmögliche aus der Situation machen.

Das wichtigste vorweg: Bisher ist uns von Ihnen noch keine Corona-Erkrankung gemeldet worden und auch im Kollegium ist bisher keine Infektion bekannt. Darüber sind wir sehr froh.

 

Kontakt zu allen Kindern und Familien

Etwas, das uns außerdem sehr am Herzen liegt ist, dass wir zu allen Familien regelmäßigen Kontakt haben und wissen, dass es Ihnen den Umständen entsprechend gut geht. Alle Kinder haben Zugriff auf Unterrichtsmaterial und die Kollegen berichten, dass Sie Ihre Kinder bestmöglich unterstützen. Auch das möchten wir sehr würdigen, denn die Kollegen berichten auch von Ihren Herausforderungen zu Hause, die ganz unterschiedlich sind: Die Bandbreite reicht dabei von Einzelkindern, denen gleichaltrige Spielkameraden fehlen bis hin zu Familien die das enge Zusammenleben von mehreren Kindern und Arbeitsplätzen gestalten müssen.

 

Unterschiedliche Rahmenbedingungen   

Darüber hinaus sind auch die beruflichen und technischen Rahmenbedingungen in Ihren Familien sehr unterschiedlich: Viele von Ihnen arbeiten bereits im Homeoffice und unterstützen gleichzeitig die Kinder. Auch wenn alle Kinder Zugriff auf digitale Medien haben, gibt es große Unterschiede in der technischen Ausstattung: Die Bandbreite reicht dabei vom eigenen „digitalen Kinder-Arbeitsplatz“ bis hin zu Familien, die sich mit mehreren Kindern ihren Arbeitsplatz teilen. Darüber hinaus setzen Sie sich zum Teil mit mehrere Plattformen auseinander, da Sie Kinder in unterschiedlichen/weiterführenden Systemen haben.

 

Verabredungen zum Unterrichtsangebot der SAW

Auf Basis dieser ersten Erfahrungen haben wir im Kollegium Verabredungen getroffen, die zunächst einmal bis zum 20.04.2020 gelten. Danach werden wir erneut Rückschau halten und die Verabredungen in Hinblick auf die dann vorliegende Situation anpassen.

  • Wir versuchen verbindlich, einmal in der Woche persönlichen Kontakt zu den Kindern zu halten. Das kann per E-Mail sein. Spätestens alle 10-14 Tage möchten wir jedoch mit jedem Kind telefonisch gesprochen haben.
  • Erstklässler benötigen eine andere Ansprache, als unsere Großen aus den 4. Klassen: Deshalb haben wir uns geeinigt, dass die Arbeitsweise in den Jahrgängen (also nicht jahrgangsübergreifend) aufeinander abgestimmt D. h., Geschwisterkinder werden unter Umständen auf unterschiedliche Weise mit Lernstoff versorgt: Das reicht von klassischem analogen Material (Unterrichtshefte, Kopien), das Sie in den Klassenräumen abholen, bis hin zu digitalen Wochenplänen, Padlets und weiteren digitale Plattformen.
  • Es gibt verbindliche Aufgaben, die jedes Kind erledigen muss und ein freiwilliges Angebot, das bearbeitet werden kann. Zum freiwilligen Angebot zählen wir auch die tägliche Kinderseite auf unserer Homepage.
  • Normalerweise hat Ihr Kind an einem Vormittag mehrere Fächer und zwei große Pausen. Natürlich ist das nicht genau übertragbar. Auch ist die Einzelsituation zu Hause eine ganz andere. Beim Arbeitspensum gehen wir von 2 Zeitstunden für die Pflichtaufgaben pro Tag aus. Hier ist natürlich das individuelle Lerntempo jedes einzelnen Kindes zu bedenken.
  • Bei der Beurteilung des Lernfortschritts legen wir in dieser speziellen Situation noch mehr unseren Fokus darauf, sicherzustellen, dass das Kind den Lernstoff verstanden Unser Schwerpunkt liegt unter den gegebenen Bedingungen nicht darauf, einzelne Fehler zu korrigieren. Wir konzentrieren uns auf Formate, in denen die Kinder zeigen können, dass sie das Prinzip hinter der Aufgabe durchdrungen haben. Vielen Dank auch an dieser Stelle für Ihre Unterstützung! Kontrolle unsererseits kann daher auch in Form von Telefonabfragen geschehen oder durch andere Aufgabenformate wie Referatsvorbereitungen, Lesetagebücher, Präsentationen und „Vertrauens-Tests“, bei denen wir darauf bauen, dass die Kinder diese im eigenen Interesse ohne Ihre Hilfe lösen.
  • Wir wissen, dass es einige Eltern gibt, die sich Videokonferenzen der Lehrer mit den Kindern wünschen. Wir wissen auch, dass sich einige Eltern genau dies nicht wünschen. Auch wir als Kollegium haben lange darüber diskutiert. Vorläufig haben wir uns aktuell  gegen den Einsatz entschieden. Dafür möchten wir Ihnen unsere Gründe nennen: Die Situation der Familien ist wie oben beschrieben sehr unterschiedlich. Für einige Familien wäre es schwierig, zu einer bestimmten festgelegten Zeit eine Videokonferenz an einem ruhigen Platz mit Präsenz eines Erziehungsberechtigten zu organisieren. Sollte es einzelnen Kindern aus plötzlichen technischen oder anderen Gründen nicht möglich sein teilzunehmen, so würden wir dieses Kind ausschließen. Wir können also nicht sicherstellen, dass wir wirklich jedes Kind verlässlich damit erreichen, niemanden überfordern oder gar ausgrenzen. Auch die Frage der Vertretung im Krankheitsfall spielt bei dieser vorläufigen Entscheidung eine Rolle. Von Behördenseite haben wir den Hinweis erhalten, möglichst nicht mit Klassen- oder Gruppenvideokonferenzen das Netz zu überlasten. Es bleibt Ihnen jedoch unbenommen, solche „digitalen Treffen“ auf freiwilliger Basis z. B. über die Elternvertreter zu organisieren. Das wäre sicher eine Möglichkeit für die Kinder, ihre Sozialkontakte zu halten, sich gegenseitig auszutauschen, Tipps zu geben und sich mit der neuen Technik und den Anforderungen einer solchen Methode vertraut zu machen. Achten Sie auf Programme, die weitgehend deutschem Recht unterliegen und die Daten Ihres Kindes schützen.

Zu guter Letzt ist es uns sehr wichtig, dass Sie uns zurückmelden, falls unser Lernpensum für Sie nicht oder nur mit Schwierigkeiten zu schaffen ist. Jeder von Ihnen muss mit einer anderen Situation umgehen, dafür haben wir größtes Verständnis und Respekt. Wichtig ist, dass wir darüber reden und einen guten Kontakt pflegen. Behalten Sie dabei bitte auch im Blick, dass die Kollegen in der Regel Kontakt zu 23 Familien halten und ggf. nicht immer umgehend oder sehr ausführlich antworten können.

Liebe Eltern, wie eingangs schon gesagt: Wir danken Ihnen sehr für Ihre Mitarbeit und die Bereitschaft, sich auf diese neuen Wege einzulassen. Auch wenn wir uns nicht persönlich sehen können: Wir sind für Ihre Kinder und Sie da und denken an Sie.

Bleiben Sie gesund,

Ihre

Anja Behrendt und Cornelia Litters

Schulleitung

Freitag, 3. April 2020